Netzkonformität in Deutschland: Westnetz und die E.ON-Netzbetreiber

Voltmasters bindet Ihr EMS an das Westnetz-Gateway 2.0 über IEC 60870-5-104 (Westnetz-Profil) an, für Anlagen >500 kW an der 10/20-kV-Mittelspannung. Für die Leistungsklasse von 100 bis 500 kW koppeln wir über das E.ON Modbus TCP Profil (Gateway Light), das die gesamte E.ON-Netzbetreibergruppe nutzt: Westnetz, Bayernwerk Netz, Avacon Netz, E.DIS Netz und Schleswig-Holstein Netz.

Ab wann ist eine Fernwirkanbindung Pflicht?

Die TAB Mittelspannung und die VDE-AR-N 4110 verlangen ab bestimmten Leistungen, dass der Netzbetreiber Ihre Erzeugungs- oder Speicheranlage fernwirktechnisch steuern kann. Welches Protokoll dabei gilt, hängt an der Anschlussleistung. Ab 100 kW ist zudem die Teilnahme am Redispatch 2.0 verpflichtend, und Sollwerte aus dem Netzsicherheitsmanagement haben immer Vorrang vor Marktsignalen.

Die Stufen unten gelten für die E.ON-Gruppe. Das konkrete Gateway hängt an Ihrem Netzbetreiber: bei Westnetz ist es ab 500 kW das Westnetz-Gateway 2.0, bei den anderen E.ON-Netzbetreibern deren eigenes IEC-104-Gateway. Netzbetreiber außerhalb der E.ON-Gruppe können abweichende Vorgaben haben.

Anschlussleistung (kW) · welche Anbindung gilt?

Maßgeblich ist die Summenleistung am Netzanschlusspunkt. Ab 500 kW nutzt Westnetz das Westnetz-Gateway 2.0; die anderen E.ON-Netzbetreiber setzen ihr eigenes IEC-104-Gateway nach ihrer Netzrichtlinie ein. Die genauen Schwellen klärt der Netzbetreiber projektweise.

Zwei Anbindungen, klar getrennt

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Integrationen, je nach Leistungsklasse. Es sind zwei eigenständige Produkte, die wir nicht vermischen: das leitungsgebundene IEC-104-Fernwirkgerät ab 500 kW und die Modbus-TCP-Kopplung von 100 bis 500 kW.

> 500 kW · Mittelspannung

DSO-Integration: Westnetz (IEC 104)

Anbindung an das Westnetz-Gateway 2.0 über IEC 60870-5-104 mit dem Westnetz-Profil, gemäß TAB Mittelspannung. Das EMS ist das anlagenseitige Fernwirkgerät und empfängt die Wirkleistungs-Sollwerte, setzt sie mit den geforderten Rampen um und meldet Sollwert-Bestätigung und Messwerte zurück.

  • IEC 60870-5-104, Westnetz-Profil
  • Rampen nach VDE-AR-N 4110, Q-Regelung, Sofort-AUS
  • Begleitung des Signaltests bei der Inbetriebnahme
Westnetz im Detail →
100 – 500 kW

DSO-Integration: E.ON Profil (Modbus TCP)

Kopplung über das E.ON Modbus TCP Profil am Gateway Light. Das EMS stellt einen Modbus-TCP-Server bereit, empfängt den NSM-Sollwert in Stufen und meldet Spannung, Wirk- und Blindleistung zurück. Dasselbe Profil gilt bei allen fünf E.ON-Netzbetreibern.

  • Modbus TCP, E.ON-Profil (Gateway Light)
  • Sollwertvorgabe in Stufen, Messwert-Rückmeldung
  • Verfügbar bei Westnetz, Bayernwerk, Avacon, E.DIS und SH Netz
Netzbetreiber wählen

Ein Profil, fünf Netzbetreiber

Deutschland hat mehr als 800 Verteilnetzbetreiber. Heute sind wir bei der E.ON-Gruppe integriert: fünf DSOs, die sich eine eng verwandte Fernwirk-Netzrichtlinie (Reg.-Nr. NT-10-24) und das gemeinsame E.ON Modbus TCP Profil für die Leistungsklasse von 100 bis 500 kW teilen. Wer eine Anlage in einem dieser Netzgebiete anschließt, sucht meist den Namen seines eigenen Netzbetreibers. Wählen Sie unten Ihren DSO für die konkreten Vorgaben.

Ihr Netzbetreiber ist nicht dabei? Die E.ON-Gruppe ist unser Startpunkt, nicht die Grenze. Denselben IEC-104- und Modbus-Stack binden wir projektweise auch an andere deutsche Netzbetreiber an, etwa Netze BW, EWE Netz oder MITNETZ Strom. Nennen Sie uns Ihren DSO und die Anschlussleistung, wir prüfen die Datenpunktliste für Ihr Projekt.

Das E.ON Modbus TCP Profil

Für Anlagen von 100 bis 500 kW setzt die E.ON-Gruppe das Gateway Light ein: einen kompakten Fernwirkweg über Modbus TCP statt über ein volles IEC-104-Fernwirkgerät. Das EMS stellt dabei den Modbus-TCP-Server auf der Kundenseite bereit.

Das Gateway übergibt den Sollwert aus dem Netzsicherheitsmanagement in Stufen. Das EMS setzt ihn über die gesteuerten Assets um und meldet Spannung, Wirk- und Blindleistung sowie die Sollwert-Bestätigung zurück. Weil das Profil bei allen fünf E.ON-Netzbetreibern identisch ist, ist eine bei einem DSO bewährte Anbindung auf die anderen übertragbar.

Was das Profil abdeckt

  • Wirkleistungsbegrenzung per Sollwert in Stufen, vom Netzsicherheitsmanagement
  • Messwert-Rückmeldung: Spannung, Wirk- und Blindleistung
  • Sollwert-Bestätigung zurück an das Gateway
  • Fester Modbus-TCP-Server auf der Kundenseite, ohne NAT oder Routing

Ab 500 kW wechselt die Anbindung auf das volle IEC-60870-5-104-Fernwirkgerät. Bei Westnetz über das Westnetz-Gateway 2.0, hier im Detail beschrieben.

Warum Voltmasters

Wir betreiben denselben IEC-60870-5-104-Stack bereits in Belgien, bei der Fluvius-Fernsteuerung und bei Fall-Back Flex. Die Anbindung an das Westnetz-Gateway 2.0 ist die Portierung dieses bewährten Stacks auf die Datenpunktliste der E.ON-Gruppe. Ihr Vorteil: eine erprobte Regellogik und ein Team, das den Signaltest mit dem Netzbetreiber Schritt für Schritt begleitet.

  • Fernwirktechnik im Controller integriert: das EMS ist das anlagenseitige Fernwirkgerät, kein separater RTU nötig
  • Rampen nach VDE-AR-N 4110: die Sollwerte werden mit den geforderten Gradienten umgesetzt
  • Netzsicherheit vor Markt: NSM-Sollwerte haben immer Vorrang, das Energy Trading läuft weiter, sobald die Beschränkung aufgehoben ist
  • Begleiteter Signaltest: wir bereiten alle Signale vor und begleiten die Inbetriebnahme mit dem Netzbetreiber

Der Netzbetreiber steuert, der Controller regelt, die Anlage meldet zurück

Der Netzbetreiber legt über das Protokoll IEC 60870-5-104 eine Leistungsgrenze fest. Der Voltmaster Controller regelt die Assets kontrolliert ab und meldet die Messwerte in Echtzeit zurück, mit einem unabhängigen Hardware-Notstopp als Sicherheitsnetz, den der Controller über seine IO-Erweiterung ausführt.

→ Sollwert & Leistungsgrenze IEC 60870-5-104 ← Messwerte & Rückmeldungen Gateway Netzbetreiber Voltmaster Controller Batterie & PV Assets vor Ort IO-Erweiterung Hardware-Notstopp

Ein Projekt in Deutschland netzkonform anschließen?

Nennen Sie uns den Netzbetreiber, die Anschlussleistung und die Spannungsebene. Wir bestimmen die richtige Anbindung, konfigurieren die Datenpunktliste und begleiten den Signaltest.

Häufige Fragen zur Netzkonformität in Deutschland

Welche Netzbetreiber deckt Voltmasters in Deutschland ab?

Heute sind wir bei der E.ON-Gruppe integriert: Westnetz, Bayernwerk Netz, Avacon Netz, E.DIS Netz und Schleswig-Holstein Netz. Von 100 bis 500 kW nutzen alle fünf das gemeinsame E.ON Modbus TCP Profil am Gateway Light. Ab 500 kW erfolgt die Anbindung über IEC 60870-5-104, bei Westnetz über das Westnetz-Gateway 2.0. Deutschland hat über 800 Verteilnetzbetreiber; weitere binden wir projektweise mit demselben IEC-104- und Modbus-Stack an.

Was ist der Unterschied zwischen dem Westnetz-Gateway 2.0 und dem Gateway Light?

Das Westnetz-Gateway 2.0 ist die volle IEC-60870-5-104-Fernwirkanbindung für Anlagen ab 500 kW an der Mittelspannung. Das Gateway Light ist die kompaktere Modbus-TCP-Variante für 100 bis 500 kW über das E.ON Modbus TCP Profil. Es sind zwei verschiedene Integrationen, die wir sauber getrennt umsetzen.

Ab welcher Leistung ist eine Fernwirkanbindung Pflicht?

Maßgeblich ist die Summenleistung am Netzanschlusspunkt. Ab rund 100 kW verlangt der Netzbetreiber in der Regel eine fernwirktechnische Anbindung und die Teilnahme am Redispatch 2.0. Die genauen Schwellen legt der jeweilige Netzbetreiber in seiner Netzrichtlinie und der TAB Mittelspannung fest.

Nutzt jeder E.ON-Netzbetreiber dasselbe Modbus-Profil?

Ja, im Bereich von 100 bis 500 kW verwenden Westnetz, Bayernwerk, Avacon, E.DIS und Schleswig-Holstein Netz das gemeinsame E.ON Modbus TCP Profil. Dadurch ist eine bei einem Netzbetreiber bewährte Anbindung auf die anderen übertragbar. Die konkrete Datenpunktliste stimmen wir projektweise ab.

Kann die Anlage weiter am Markt handeln, wenn das Netzsicherheitsmanagement eingreift?

Ja. Solange kein aktiver Sollwert anliegt, optimiert das EMS frei am Markt. Sendet der Netzbetreiber einen Sollwert, hat dieser immer Vorrang und das EMS passt die Fahrweise an. Sobald die Beschränkung aufgehoben ist, läuft die Optimierung weiter.

Braucht das EMS eine Zertifizierung beim Netzbetreiber?

Für das kundenseitige Gerät gibt es keine formale Zertifizierung. Die Freigabe erfolgt de facto über die Inbetriebnahme und den Signaltest mit dem Netzbetreiber. Ob zusätzlich ein EZA-Regler nach VDE-AR-N 4110 als Parkregler nötig ist, hängt an der Anlagenkonfiguration und klären wir projektweise.

Auf der Suche nach den technischen Details und der Schritt-für-Schritt-Konfiguration? Die finden Sie in unserer Dokumentation.

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